Mal-Verwandtschaften

Holz, Stein, Ton, Metall

Fast ein halbes Jahrhundert hab ich gebraucht, um das zu tun, was mein Vater beinahe täglich tat:

Mit Metall arbeiten.

Nie habe ich mich getraut, aus Angst mich zu blamieren;

um es dann, mit über fünfzig Jahren, doch zu wagen.

Und um es gleich zu sagen: Schmied, Schlosser oder Metallbauer, wie es heute heißt, ist nicht umsonst ein Lehrberuf. Ein Handwerk will eben gelernt sein, das geht nicht von heut auf morgen.

Glücklicherweise konnte ich aber schon einpaar eigene "Werkzeuge" mitbringen, die mir dabei halfen:

Ein gutes Auge, eine ruhige Hand, und die Einsicht, dass Sorgfalt unabdingbar ist.

Die Sonnenfrau

Was lässt sich aus einer runden Metallscheibe machen?

Es ist wahrscheinlich wenig verwunderlich, dass es mich - die ich ja bekanntlich ein Faible für Gesichter habe - wieder in diese Richtung trieb.

So entstand ein Portrait aus Metall - die Sonnenfrau, frei Hand geschnitten mit dem Plasmaschneider.

Nicht immer sind die Linien ganz gerade geworden. Aber man darf ja auch sehen, dass es sich um Handarbeit handelt und nicht etwa per Computer gelasert wurde.

Eine der ersten Arbeiten in dieser Richtung war die 'Eisenkönigin'.

Links sieht man noch ein Foto, wie ich sie mit Kreide vorgezeichnet habe.

Seit ich das mit dem Plasmaschneider entdeckt habe, finden sich immer mehr Tiere in unserem Garten ein: Hund, Katze, Eichhörnchen,

Specht...

Es war einmal

ein Holzklotz...

Aber auch Holz musste schon dran glauben....

In diesem Falle ein Klotz aus einem ziemlich widerborstigem Apfelbaum, der just dort,

wo sich der Mund befinden sollte, ein sperriges Astloch hatte...

Was soll ich sagen?

Mein Respekt vor Bildhauer*Innen könnte nicht größer sein.

Dennoch ist es kein Vergleich mit dem Zeichnen.

 

Beim Zeichnen kann ich hin und wieder "den Autopilot einschalten".

Das kann ich beim Modellieren nicht. Da muss ich mich konzentrieren.

Gemeinsames Chillen auf meiner Fensterbank

Während es bei Holz oder Stein heißt: "Ab ist ab!" hat man bei Ton natürlich den unschätzbaren Vorteil, dass man immer wieder was dranfügen kann.

 

Von daher finde ich das Arbeiten mit Ton wesentlich leichter.

Durchbruch! Ein enorm spannender, befriedigender Moment (sofern er, wie in diesem Fall, beabsichtig ist, versteht sich)

'Die Unberechenbare' 2015

Bildhauer*Innen sagen immer,

Alabaster sei ein weicher Stein.

Naja, mir ist er hart genug....

'Wir beide' 2016

Schnecke, Alabaster 2015